BIOCORE: Konzeptionierung einer Bioraffinerie zur Umwandlung von Biomasse in Biokraftstoffe und Polymere der zweiten Generation

Laufzeit: 03.2010 - 02.2014

Ziel des vom französischen Nationalen Institut für Agrarforschung (INRA) koordinierten FP7-Projekts BIOCORE (BIOCOmmodity REfinery, http://www.biocore-europe.org) ist es, die industrielle Durchführbarkeit einer Bioraffinerie zu untersuchen, mit deren Hilfe Agrar- und Forstabfälle und Holz aus Kurzumtriebsplantagen in Biokraftstoffe der zweiten Generation, in chemische Moleküle und in kompostierbare plastische Polymere umgewandelt werden können.

In diesem zukunftsweisenden Projekt hat die nova-Institut GmbH die Aufgabe der technisch-ökonomischen Bewertung des Produktionsprozesses, die Analyse und Bewertung der Rohstoffverfügbarkeit sowie die Marktforschung für die zu entwickelnden Produkte übernommen.

Das Projekt „BIOCORE“, ein Akronym für „Biocommodity Refinery“, wird durch das 7. Forschungsrahmenprogramm der Europäischen Union über einen Zeitraum von vier Jahren gefördert.

Das Projekt, dass offiziell am 1. März 2010 begonnen hat, wird die technische und wirtschaftliche Machbarkeit einer Bioraffinerie untersuchen, deren Rohstoffbasis auf Stroh, Forstrestholz und Holz aus Kurzumtriebsplantagen (KUP), auf denen überwiegend Pappeln und Weiden gepflanzt werden, beruht.

An dem Konsortium unter Leitung des französischen Nationalen Instituts für Agrarforschung (INRA) sind insgesamt 24 Partner aus 13 Mitgliedstaaten beteiligt, davon 5 kleine und mittlere Unternehmen (KMU), zu denen die nova-Institut GmbH zählt. Weitere Partner sind Industrieunternehmen und Forschungseinrichtungen.

BIOCORE wird über eine breite Angebotspalette an Polymeren verfügen, die 70% des weltweiten Bedarfs an diesen Produkten, die in der Textil-, Verpackungs-, Bau- und Farbindustrie Anwendung finden, abdecken wird. Das Gesamtbudget des Projekts beläuft sich auf 20,3 Millionen Euro (13,9 Millionen Euro von der EU im Rahmen des 7. EU-Forschungsrahmenprogramms).

Antrieb für die Entwicklung von Raffinerien auf Basis von nachwachsenden Rohstoffen sind die absehbaren Auswirkungen des Klimawandels und die daraus erwachsende Notwendigkeit, die Rohstoffbasis der Industrie, insbesondere die Kohlenstoffquelle, auf erneuerbare Ressourcen umzustellen. Die Dringlichkeit dieses Ziels wird deutlich durch die Absicht der Europäischen Union, die Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2050 um über 80% zu reduzieren. Darüber hinaus ist es auch Ziel der EU, durch Diversifizierung der Rohstoffbasis ihre Importabhängigkeit von fossilen Rohstoffen zu reduzieren.

Das nova-Institut untersucht in diesem Forschungsprojekt die Biomasseverfügbarkeit in Europa und die Marktchancen der Bioraffinerieprodukte und führt eine umfassende technisch-ökonomische Bewertung des Bioraffineriekonzeptes durch.

Kontakt:

Dr. Stephan Piotrowski

nova-Institut GmbH – Chemiepark Knapsack
Industriestraße
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Deutschland

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